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Frau räumt Vorratsregal ein

Nachhaltige Vorratshaltung – gut vorgesorgt für den Notfall

Vorratshaltung ist kein neuer Trend, sondern wurde bereits von unseren Vorfahren vor über 10.000 Jahren genutzt. Warum ist ein guter Vorrat sinnvoll? Sie werden krank und können nicht zum Einkaufen, Sie bekommen spontan Besuch oder die Nachbarn möchten sich etwas borgen – all das sind kleine Beispiele aus dem Alltag.

Vorrat – Wo und wie?

In einem Haushalt sollten idealerweise mehrere Lagermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Je nach Lebensmittel, kommt für die Lagerung der Kühlschrank, ein Gefrierschrank, der Küchenschrank, der Keller oder die Speisekammer in Frage. Vorratshaltung ist häufig auch eine Platzfrage, denn nicht jeder hat einen Keller oder eine Speisekammer.

Wichtig ist, dass der Vorrat mit geeigneten Lebensmitteln gefüllt ist, der Lagerungsort passt und die Haltbarkeit regelmäßig überprüft wird. Versuchen Sie persönliche Vorlieben und vorhandene diätetische Bedürfnisseder Haushaltsmitglieder, wie Lebensmittelunverträglichkeiten, bei der Planung eines Vorrats zu berücksichtigen.

Grundnahrungsmittel für den Vorrat

Die folgenden Mengenangaben basieren auf einem Nahrungsmittelbedarf für eine Person mit einer durchschnittlichen täglichen Energiezufuhr von 2200 Kilokalorien und für die Dauer von 14 Tagen.

Getreide, Getreideprodukte und Hülsenfrüchte
Nudeln, Reis 750 g
Hafer-/Getreideflocken 750 g
Brot 2,4 kg
Hülsenfrüchte 1,7 kg
Gemüse und Obst
Gemüse 3,9 kg
Kartoffeln 1 kg
Obst 3,6 kg
Milch und Milchprodukte
H-Milch 3,0 l
Hartkäse 700 g
Fisch, Fleisch und Eier
Fisch 350 g
Fleisch 1,2 kg
Eier 10 Stück
Nüsse, Fette, Öle
Streichfett 250 ml
Öl 300 ml
Nüsse 200 g

Getreide und Getreideprodukte
sind lagerfähig und eignen sich zur Vorratshaltung. Nudeln oder Reis und andere Getreideprodukte wie Couscous, Haferflocken, Hirse und Grieß sind in geschlossenen Gefäßen lange haltbar. Auch Brot eignet sich gut zum Einfrieren, im Kühlschrank hat es allerdings nichts verloren.
Tipp: Nudeln und Reis können für mehrere Tage vorgekocht und für verschiedene Rezepte genutzt werden.

Hülsenfrüchte
eignen sich in unterschiedlicher Weise zur Vorratshaltung. Erbsen und Bohnen lassen sich zum Beispiel gut als Tiefkühlprodukt für eine längerfristige Lagerung einplanen. Linsen gibt es klassischer Weise in getrockneter Form, Kichererbsen vorwiegend eingelegt. Tipps für die Verarbeitung von Hülsenfrüchten finden Sie hier.

Gemüse und Obst
eignen sich gefroren sowie verarbeitet in Gläsern oder als Konserve für die langfristige Vorratshaltung. Es eignen sich verschiedene Obst- und Gemüsesorten zum Einmachen und Einlegen. Durch diese Methoden zur Haltbarmachung können Sie auch Familie oder Freunden in Form von Geschenken aus der Vorratshaltung eine Freude machen. Tiefgefroren lassen sich die Gemüsesorten Brokkoli, Blumenkohl oder Spinat sowie die meisten Beerensorten am besten bevorraten.

Frisches Gemüse und Obst eignet sich je nach Sorte ebenfalls für einen kurz- oder mittelfristigen Vorrat. Geeignete Gemüsesorten sind zum Beispiel Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbisse oder Möhren. Geeignete Obstsorten sind beispielsweise Äpfel, Birnen, Orangen oder Bananen.

Besonders frisches Obst und Gemüse sollte richtig gelagert werden. Viele Gemüse- und Obstsorten lassen sich gut im Kühlschrank lagern, andere, wie zum Beispiel exotische Obstsorten, sollten lieber bei Raumtemperatur gelagert werden, da sie sonst schnell an Geschmack verlieren. Welche Lebensmittel wo am besten im Kühlschrank gelagert werden, können Sie hier nachlesen.
Weitere Tipps und Methoden zur Haltbarmachung von Obst und Gemüse finden Sie beim Bundeszentrum für Ernährung.

Milch und Milchprodukte
können als haltbar gemachte Produkte, wie H-Milch, und in verarbeiteter Form für den Langzeitvorrat verwendet werden. Hartkäse ist aufgrund des geringen Wassergehalts lange lagerfähig. Frische Milch und Milchprodukte sollten sie stets kühlen, achten Sie auch auf die Einhaltung der Kühlkette.

Fisch und Fleisch
können als Konserve, im Glas, in getrockneter Form oder im Gefrierfach als Vorrat gelagert werden. Frische Produkte sollten Sie zeitnah und entsprechend dem Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum verarbeiten.

Eier
sind aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Kuchen, Gebäck und weiteren Gerichten in der Küche kaum wegzudenken und sollten deshalb in der Vorratshaltung nicht fehlen.

Nüsse, Fette und Öle
eignen sich für die Vorratshaltung. Geöffnete Öle sollten innerhalb einiger Wochen verbraucht werden. Öle mit hohem Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, wie Leinöl, deshalb nach Anbruch in den Kühlschrank stellen.

Getränke
sollten im Vorrat ebenfalls nicht fehlen, auch wenn Leitungswasser in Deutschland sehr gut kontrolliert wird und bedenkenlos getrunken werden kann. Rechnen Sie für den durchschnittlichen Getränkebedarf eines Erwachsenen zwei Liter Flüssigkeit pro Tag ein.

Ordnung ist das halbe Leben

Auch in der Vorratshaltung zahlt sich die richtige Pflege und Organisation aus. Durch regelmäßige Kontrollen können Sie die Haushaltskasse schonen. Durch den richtigen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum, bzw. dem rechtzeitigen Verbrauch von Lebensmitteln, können Sie unnötige Lebensmittelverschwendung vermeiden.  

  • Wissen über die vorhandenen Vorräte, ein Einkaufszettel und die Planung der einzelnen Mahlzeiten sparen Ihnen viel Zeit beim Einkauf.
  • Achten Sie darauf, neue Einkäufe nach dem „First-in-first-out-Prinzip“ einzuräumen. Stellen Sie neu gekaufte Vorräte nach hinten, sodass ältere Vorräte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum zuerst abläuft, vorrangig verbraucht werden.
  • Selbsteingemachte Lebensmittel für einen besseren Überblick mit Herstellungsdatum, Menge und Bezeichnung beschriften.
  • Bei Konservendosen und Eingemachtem im Glas sollte die Originalverpackung unversehrt sein und vor dem Verzehr auf Geruch, Aussehen und Konsistenz des Lebensmittels geachtet werden.
  • Da auch haltbare Lebensmittel vor Vorratsschädlingen nicht sicher sind, sollten Sie einem möglichen Befall vorbeugen. Mit welchen Tipps das gut klappt, können Sie hier nachlesen.

Ein allgemeiner privater Notvorrat an Lebensmitteln und Getränken wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlen. Falls Sie ihren persönlichen Bedarf genau berechnen möchten, können Sie dies über diesen Vorratskalkulator tun.

Autorin: Anna Lederer
Foto: ©Valerii Honcharuk - stock.adobe.com


Quellen:

Wo 04/20

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