Service-Navigation

Suchfunktion

Baby isst Brei

Babybrei – kaufen oder selbst kochen?

Weit über 700 Gläschen und Fertigbreie gibt es im Handel zu kaufen. Die Vielfalt der angebotenen Babybreie verunsichert Eltern. Was ist wirklich notwendig und auf was sollte man beim Kauf achten? Babybreie können auch sehr leicht selbst hergestellt werden, wenn man wenige Regeln beachtet.

Babykost im ersten Lebensjahr ist aus wenigen, gut aufeinander abgestimmten, Zutaten zusammengesetzt. Auch ungeübte Köch/innen können sie leicht zubereiten. Bei der Auswahl von fertigen Gläschen und Breien orientieren Sie sich am besten an den Grundrezepten für die Selbstzubereitung (Broschüre „Von Anfang an mit Spaß dabei“) und bevorzugen Produkte mit einer kurzen Zutatenliste.

So gelingt die Babyküche

Mit frischen Zutaten, wenig Zeitaufwand und sehr kostengünstig können Sie für ihr Kind selbst kochen. Ganz nach den Vorlieben der Familie lassen sich die Zutaten auswählen und das Kind lernt den Geschmack frisch gekochten Essens kennen. Abwechslung darf ruhig sein – ganz nach dem Geschmack des Babys. Leicht abgewandelt kann daraus schnell ein Familienrezept werden. So lernt ihr Baby nach und nach die Essgewohnheiten der Familie kennen – das erleichtert den Übergang ins Familienessen.

Tipps zum Selberkochen

Kaufen Sie erntefrisches Gemüse oder Obst aus der Region, das gerade Saison hat. Dann ist es besonders aromatisch und enthält die meisten Nährstoffe. Für Bio-Lebensmittel gelten besonders strenge Richtlinien. Verarbeiten Sie die Lebensmittel möglichst frisch. Eine gute Alternative sind Tiefkühlprodukte ohne weitere Zutaten, z.B. gefrorener Brokkoli ohne Würzmischung. Bei der Zubereitung schonen Sie die Nährstoffe, indem Sie vor dem Zerkleinern das Obst oder Gemüse kurz in kaltem Wasser waschen und wenn nötig schälen. Dünsten Sie die Zutaten mit wenig Wasser und verwenden Sie das Kochwasser zum Pürrieren des Breis. Je kürzer die Zubereitungs- und Kochzeit desto mehr Nährstoffe bleiben erhalten.
Frisch Gekochtes wird entweder sofort verzehrt oder schnell abgekühlt und bis zum nächsten Tag im Kühlschrank aufbewahrt. Breireste dürfen für das Baby kein zweites Mal erwärmt werden. Für den Vorrat können Sie größere Mengen kochen und portionsweise einfrieren. Bei -18 °C hält Brei sich etwa 2–3 Monate. Am besten direkt von der Mahlzeit auftauen.

Die Grundrezepte für Babybreie finden Sie in der Broschüre „Von Anfang an mit Spaß dabei“.

Fertigprodukte gut auswählen

Industriell hergestellte Kost unterliegt strengen Kontrollen und ist daher schadstoffarm und hygienisch einwandfrei. Eltern sparen sich die Zubereitungszeit und -arbeit. Sie sind praktisch für unterwegs, an hektischen Tagen oder zur Ergänzung von Selbstgekochtem und - selbstverständlich auch als tägliche Kost. Nehmen Sie sich beim Einkauf Zeit für die Auswahl.

Checkliste für den Einkauf

In der Zutatenliste steht alles, was im Gläschen enthalten ist. Die Hauptzutat ist als Erstes genannt, danach folgen die übrigen Zutaten in absteigender Menge. Orientieren Sie sich an den Grundrezepten (s.o.) und bevorzugen Sie Produkte mit wenigen Zutaten.

Ohne Salz:
Salz, Gewürze oder Kräuter braucht Ihr Kind noch nicht.

Ohne Zucker oder Aromen:
Wählen Sie gezielt ungesüßte, nicht aromatisierte Produkte aus. Am besten besteht ein Obstgläschen aus 100 % Frucht. Sirup, Dicksaft, Saftkonzentrat oder Honig sollte nicht enthalten sein. Ihr Kind kann dann die natürliche Süße der Lebensmittel kennen lernen.
Tipp: Auch Produkte mit der Aufschrift „ohne Kristallzucker“ können Zucker in anderer Form enthalten. Zum Beispiel Glukose (Traubenzucker) oder Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker) oder Maltose (Malzzucker).

Altersangabe:
Gläschen mit der Kennzeichnung „nach dem 4. Monat“ schmecken auch größeren Babys. Diese Produkte sind fein pürriert und enthalten meist weniger Zutaten als diejenigen mit höheren Altersangaben auf dem Etikett. Breie mit Stückchen regen zum Kauen an, überfordern aber für Babys mit sehr sensiblem Mundbereich.

Trockenprodukte für Brei:
Reine Getreideflocken, die Sie mit frischen Zutaten ergänzen, sind am besten. Auch hier sind Aromen oder Zucker überflüssig.

Öl:
Achten Sie auf die Fettangabe in der Nährstofftabelle. Sind weniger als 5 Gramm im Gläschen enthalten, geben Sie 1 Teelöffel Rapsöl dazu. Das gilt für die meisten Getreide-Obst-Breie und Mittagsmenüs.

Milch & Co.:

Mittagsmenüs und Getreide-Obst-Gläschen sollten ohne Milchprodukte wie Sahne, Joghurt oder Quark zubereitet sein. Das Kalzium aus der Milch hemmt die Eisenaufnahme.

Tipp: Löffeln ist spannend und unterstützt die Mundmotorik – geben Sie ihrem Kind keine Breie zum Saugen.

Autorin: Sigrid Fellmeth
Foto: ©Oksana Kuzmina/Fotolia


Quellen:

  • MLR BW: Von Anfang an mit Spaß dabei. Essen und Trinken im ersten Lebensjahr, Stuttgart 2019

  • Alexy, U., Hilbig, A.: Update Säuglingsernährung. Ernährungsumschau 12/2016; M716-723

  • Koletzko B., et al.: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Aktualisierte Handlungsempfehlungen von „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“, eine Initiative von IN FORM. Monatsschr Kinderheilkd 2016; 164(9): 765-789

  • Sonderheft Leben & erziehen EXTRA: Gesund essen im ersten Lebensjahr, April 2018


März 05/2019

Fußleiste