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Kinder freuen sich über Mensaessen

Schulverpflegung gemeinsam gestalten – ein Konzept, das allen schmeckt!

Baden-Württembergs Schulmensen sind nicht ausgelastet. Um als Betreiber wirtschaftlich in einer Mensa arbeiten zu können sind stabile Essenszahlen jedoch die Grundvoraussetzung. Nur wenn alle Beteiligte in die Gestaltung des Verpflegungskonzepts miteinbezogen werden, bietet sich die Chance auf mehr Akzeptanz und Attraktivität.

Eine italienische Woche und eine schön dekorierte Schulmensa, ein Promi-Dinner mit dem Bürgermeister oder ein Knigge trifft Mensa-Kurs - Manche Schulen sind sehr kreativ hinsichtlich der Werbeaktionen für ihre Mensen. Damit diese nicht zu einmaligen Maßnahmen verpuffen, sondern zum nachhaltigen Erfolg werden, muss allerdings mehr dahinter stecken, denn: Die Akzeptanz der Schulverpflegung muss erarbeitet werden. Am höchsten ist sie, wenn die Bedürfnisse aller Gäste erfüllt sind. Wie kann das funktionieren?

Einbinden aller Akteure

Durch Partizipation der unterschiedlichen Interessensgruppen kann die Akzeptanz der Mensa stark verbessert werden. Wichtig hierbei ist, dass alle Personengruppen, die in Verbindung mit der Mensa stehen (Schulgemeinschaft, Träger, Caterer, Eltern), einbezogen werden. Am Runden Tisch können Bedarfsanalysen durchgeführt, Mindeststandards festgelegt und Zufriedenheitsanalysen angeregt und diskutiert werden – entweder bei der Neueinführung oder Problemen mit der Verpflegung, aber auch als etabliertes Instrument zur Qualitätssicherung.
Überdies kann auch die SMV sich die Mensa zum Thema machen. Zusammen können beispielsweise Mensa-Regeln oder Umfragen erstellt und eingeführt oder ein separates Essenskomitee in die Speisenplanung integriert werden. Für ältere Schüler können auch Konzepte wie „Mensa-Scouts“ oder „Schüler-Mentoren“ ansprechend sein, wenn sie dafür ein Zertifikat für das Ehrenamt bekommen. Im besten Fall gibt es auch einen Schnittstellenkoordinator, der zum einen Ansprechpartner für die Verpflegung ist, aber auch die unterschiedlichen Aufgaben und Interessen koordiniert und zusammenführt. Nur wenn alle gemeinsam an einer passenden Lösung zur Schulverpflegung arbeiten, stimmen die Essenszahlen, ist die Mensa wirtschaftlich rentabel und kann nachhaltig erfolgreich funktionieren.

Qualität und Preis – Möglichkeiten für Anbieter

Immer wiederkehrende Speisen langweilen. Gerade Kinder sagen, dass ihnen beim Essen Abwechslungsreichtum mit das wichtigste Qualitätsmerkmal ist. Da ist was dran! Wenn alle Lebensmittelgruppen abwechslungsreich verwendet werden, sind die Kinder mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Aber woran erkennt man „Qualität“? Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. So gelten z. B. für manche der Anteil von Bio-Produkten und Fleisch, Regionalität, Frische, oder der Preis als Qualitätsmerkmale. Allgemeingültige Vorschriften gibt es nicht, lediglich Empfehlungen. Eine der wichtigsten und wissenschaftlich gesicherten Orientierungspunkte bietet der Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Er soll als Grundlage für eine qualitativ hochwertige und vollwertige Schulverpflegung dienen. Hier liegt der Fokus auf einem durchdachten Speisenplan. Viele Anbieter orientieren sich bereits daran und immer mehr Caterer lassen sich nach diesem Standard zertifizieren.

Eine professionelle Schulverpflegung setzt zudem ein betriebswirtschaftliches Konzept voraus. Richtige Planung garantiert hierbei ökonomische Nachhaltigkeit. Dadurch entstehen Freiräume für vielfältige und hochwertige Angebote und die Kunden erhalten für das eingesetzte Geld eine angemessene Leistung.

Schulmensen mit Wohlfühlcharakter

Welche Faktoren können dazu beitragen, dass der Schüler/ die Schülerin sich dafür entscheidet das Mittagessen in der Schulmensa einzunehmen? Sicherlich nicht nur, dass das Essen lecker schmeckt. Auch die Schulmensa als Treffpunkt und Kommunikationsplattform ist von entscheidender Bedeutung für die Wahl. Damit sich sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen in der Schulmensa wohlfühlen, sollte verstärkt auf die Ess-Atmosphäre geachtet werden. Beispielsweise bietet die Gestaltung der Mensa mit Vorhängen, Pflanzen oder Bildern die Möglichkeit, Schüler*innen mit einzubeziehen, verschönert das Ambiente und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Lärmpegel verringert wird.

Nur wenn alle gemeinsam an einer passenden Lösung zur Schulverpflegung arbeiten und die Mensa in das Schulleben eingebunden wird, wirkt sich dies unmittelbar auf die Akzeptanz und somit auf die Essenszahlen aus. Eine so etablierte Mensa stärkt die Gemeinschaft und besticht mit einem Konzept, das allen schmeckt!

Hilfreiche Materialien:

Autorin: Sonja Jenkner
Foto: ©WavebreakMediaMicro/Fotolia

Quellen:
IN FORM: Die interaktive Handreichung zur Akzeptanz von Schulverpflegung, 2014 (zuletzt abgerufen am 11.06.2019)



März 07/2019

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