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Korb mit Biogemüse

Bio? Das können Sie auch!

Bio-Lebensmittel sollten die Basis in der Kinder-Küche sein. Denn „billig einzukaufen“ bedeutet meist, dass Umwelt, Mensch und Tier den Preis bezahlen. Und nicht nur das: Bio-Lebensmittel sind die einzigen, denen hohe, regelmäßig und unabhängig kontrollierte Qualitätsstandards zugrunde liegen. Somit sind sie die optimale Basis für eine Essensversorgung, die Kinder an einen gesundheitsförderlichen, nachhaltigen Essensstil heranführt.

Mit Starthilfe geht’s am besten

Wo bekomme ich Bio-Lebensmittel her? Wie gestalte ich den Speisenplan, ohne aus dem Kostenrahmen zu fallen? Wie begeistere ich Kinder und Jugendliche für Bio? Muss ich mich zertifizieren lassen? Am Anfang stehen viele Fragen. Doch nur Mut, Bio klappt in jeder Küche! Wichtig dabei ist, sich nicht zu übernehmen und sich helfen zu lassen. Deutschlandweit gibt es mehrere Projekte und Initiativen, die dabei unterstützen, etwa das „Bio für Kinder“-Projekt in München, der Hamburger Ökomarkt oder das Netzwerk der Bio-Mentor*innen Deutschland.

Bio passt in jedes Budget

Für Bio-Qualität zahlt man etwas mehr. Schließlich ist die Erzeugung ökologischer Lebensmittel weitaus arbeitsintensiver und die Kontrolle aufwendig. Umso wichtiger ist es, in der Küche gut vorauszudenken und betriebswirtschaftlich zu handeln.
Dazu gehört es, den Speisenplan langfristig zu planen, um einen guten Preis mit potenziellen Lieferanten aushandeln zu können. Was ungemein hilft, ist eine Mischkalkulation auf der Grundlage von vier- bis sechswöchigen Speisenplänen sowie die Ausrichtung der Speisenpläne an der Saison und Regionalität. Das schlägt viele Faktoren mit einer Klappe: Es wird günstiger, gesünder und umweltfreundlicher.

Weniger Fleisch – nicht nur eine Frage der Haltung!

Fleisch zu reduzieren ist eine der effektivsten Stellschrauben bei der Kosteneinsparung. Denn Fleisch in Bio-Qualität ist teuer, was u. a. an den ethischen Standards für die artgerechte Tierhaltung auf Bio-Höfen liegt. Wird sowohl die Anzahl der Gerichte mit Fleisch, als auch die Menge des Fleischanteils je Gericht reduziert, sind auch die Mehrkosten schnell reduziert. In der Bolognese oder im Burger dürfen es beispielsweise ruhig etwas mehr Gemüse und Hülsenfrüchte sein.

Eins, zwei, drei – Hexerei?

Oftmals können Küchenabläufe optimiert werden, um Zeit für die Verarbeitung frischer Lebensmittel zu gewinnen und mehr selbst kochen zu können. Das ersetzt u. a. teure Convenience Produkte. Ein großer Kostenfaktor steckt auch dort, wo man am wenigsten hinsieht: im Müll. Aus den wertvollen Schälabschnitten von Bio-Gemüse lässt sich etwa eine leckere Gemüsebrühe kochen. Lebensmittel, die noch nicht ausgegeben wurden, können wunderbar weiter verarbeitet werden.
Das „Bio für Kinder“-Projekt in München hat herausgefunden, dass mit entsprechendem Management die durchschnittlichen Mehrkosten pro Kind und Hauptmahlzeit bei 100 Prozent Bio zwischen 15 und 20 Prozent liegen. Das entspricht in etwa 30 - 35 Cent (1). Erfreulich ist, dass Einrichtungen, die einmal umgestellt haben, bei Bio bleiben. Denn ist das Know-how einmal geschaffen, ist Bio reines Küchen-Einmal-Eins.

Ein Wort zur Zertifizierung

Kindertageseinrichtungen und Schulen, in denen ein Essensangebot vor Ort frisch zubereitet wird, unterliegen als „nicht gewerbsmäßig betriebene Einrichtungen“ keiner Kontrollpflicht und müssen keinen Bio-Zertifizierungsprozess durchlaufen. Das gilt auch für Kioske in Schulen, wenn sie nicht weiter verarbeitete, abgepackte Handelsware in Bio-Qualität verkaufen. Cateringunternehmen, die Kitas oder Schulen beliefern, müssen sich jedoch zertifizieren lassen (2).

Bei Bio geht es nicht nur um gesunde Zutaten, sondern um den Schutz der Umwelt, des Klimas und der Tiere. Es geht um die Zukunft der Kinder auf dem Planeten. Ein Grund, nicht nur darüber nachzudenken, sondern loszulegen. Bio können Sie auch!

Tipps:

Autorin: Daniela Schmid
Foto: ©ROSSandHELEN photoqraphers/Fotolia


Quellen


März 08/2019

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