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Den Fleischmarkt global betrachtet
- Was essen wir (noch) vom Schwein?
 

Betrachtet man den globalen Markt, kann von einer gezügelten Lust auf Fleisch keine Rede sein. Die globale Fleischerzeugung und der Fleischkonsum wachsen pro Jahr um 1,3 Prozent. Insbesondere in Südostasien, Afrika und Lateinamerika wird der Fleischkonsum weiter steigen. In China besteht beispielsweise eine riesengroße Nachfrage nach Schweinefleisch, die das Land selbst gar nicht zu stillen in der Lage ist. Laut Agrarmarkt-Experte Richard Riester exportiert Deutschland 15 Prozent der Schweine nach Asien und 41 Prozent in die EU – d.h. über die Hälfte der in Deutschland produzierten Schweine werden exportiert.
Füße, Schwanz, Ohren und Kopf gehen beispielsweise nach Asien. In Deutschland verzehren wir nur ein Teil unseres Schlachtviehs – im Wesentlichen Hals, Kotelett, Filet – und der Rest vom Schwein bleibt übrig. Fettenden, also der Enddarm, gelten gefüllt und gegrillt als Delikatesse, Schweinegebärmuttern sind in Korea und Japan gefragte Stücke. Früher sind alle unattraktiven Teilstücke und Organe zu Wurst verarbeitet worden, doch heutzutage gehen sie ins Ausland, dorthin wo die Nachfrage groß ist, gleichzeitig muss Deutschland 28 Prozent seines Verbrauchs importieren, um die Nachfrage nach edleren Teilen zu stillen. Verzehrten wir mehr Teile des ganzen Tieres, würden wir so unsere Wertschätzung gegenüber dem Lebewesen zum Ausdruck bringen – Stichwort „from nose to tail“ – und außerdem wäre dies ein Schritt in Richtung nachhaltigen Konsum. Newcomer-Gerichte aus dem Trend sind z.B. Onglet (Nierenzapfen/Zwerchpfeiler) oder Flank-Steaks (Steak aus dem oberen Teil des Bauchlappens) - extrem vollmundig im Geschmack.

Tipps zur schonenden Zubereitung finden Sie hier.

Weitere interessante Informationen zu Agrarmärkten erhalten Sie hier.

Autor: Anja Fleischhauer
Foto: Christine Fabricius


Quelle:

  • Fachtagung DGE-BW-Forum Fleisch, 14.3.2019

März 03/2019

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